Ratgeber · CBD Öl Wissen

Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat: der Unterschied

Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat bezeichnen drei Arten von Hanfextrakt, die sich darin unterscheiden, wie viele Pflanzenstoffe neben CBD erhalten bleiben. Vollspektrum enthält weitere Cannabinoide, Terpene und THC-Spuren, Breitspektrum ein breites Profil mit weitgehend entferntem THC, ein Isolat nur kristallines CBD mit mindestens 97 Prozent Reinheit. Welcher Typ vorliegt, zeigt erst der Laborbericht.

Pipettenflasche CBD Öl mit 20 Prozent vor lila Pulverwolke, Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat

Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat: der Unterschied in Kürze

Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat beschreiben, wie viel vom natürlichen Stoffprofil der Hanfpflanze nach der Verarbeitung im Extrakt übrig bleibt. Ein Vollspektrum-Extrakt enthält neben Cannabidiol (CBD) weitere Cannabinoide, Terpene, Flavonoide und THC in Spuren. Ein Breitspektrum-Extrakt behält ein breites Profil, das THC wird aber in einem zusätzlichen Schritt weitgehend abgetrennt. Ein Isolat ist aufgereinigtes CBD in Kristallform, praktisch ohne Begleitstoffe. Die drei Begriffe bezeichnen damit Verarbeitungstiefen, keine Qualitätsstufen.

Alle drei Varianten starten beim gleichen Rohstoff, einem Extrakt aus Blüten und Blättern von Nutzhanf. Erst die Schritte danach entscheiden über das Spektrum. Wer die Unterschiede kennt, liest Etiketten und Laborberichte präziser und erkennt, ob die Bezeichnung auf der Flasche zur gemessenen Zusammensetzung passt. Was Cannabidiol als Stoff ausmacht und woher es kommt, fasst der Grundlagenartikel was ist CBD zusammen.

Ein konkretes Beispiel für die Vollspektrum-Variante ist das Vollspektrum CBD Öl mit 20 Prozent: 2.000 mg CBD in 10 ml Bio-Hanfsamenöl, 100 Prozent Hanf, ohne Aromen und ohne Zusätze, zum Preis von 19,95 €. Das entspricht 1,00 € je 100 mg CBD. Der Extrakt stammt aus den Niederlanden, abgefüllt wird in Deutschland in einer GMP-zertifizierten Anlage, und für jede Charge liegt ein Laborbericht vor.

Die drei Spektren im direkten Vergleich

Die Tabelle stellt die messbaren Unterschiede nebeneinander. Die Angaben zum Isolat stammen aus einer Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) von 2026 und aus einem veröffentlichten Herstellungsprotokoll von 2025.

Merkmal Vollspektrum Breitspektrum Isolat
CBD Hauptcannabinoid im Extrakt Hauptcannabinoid im Extrakt mindestens 97 Prozent, in Laborprotokollen über 99 Prozent
Weitere Cannabinoide (CBG, CBC, CBN, CBDV) enthalten enthalten, teils in geringerer Menge höchstens Spuren, im EFSA-Beispiel zusammen unter 2,5 Prozent
Terpene und Flavonoide enthalten, Menge hängt vom Verfahren ab teilweise enthalten nicht enthalten
THC Spuren, Wert im Laborbericht weitgehend entfernt, Restwert im Laborbericht laut Laborbericht nicht nachweisbar
Zusätzliche Verarbeitung Filtration und Winterisierung zusätzlich THC-Abtrennung, meist per Chromatografie zusätzlich Chromatografie und Kristallisation
Form des Rohstoffs zähflüssiges, bernsteinfarbenes bis dunkles Konzentrat zähflüssiges Konzentrat, je nach Aufreinigung heller weißes bis cremefarbenes Pulver
Eigengeschmack kräftig, krautig, herb milder, noch pflanzlich weitgehend neutral
Standardisierbarkeit schwankt mit Pflanze und Charge mittel Gehalt exakt einstellbar

Das Grundmuster ist eindeutig: Je mehr aufgereinigt wird, desto weniger Begleitstoffe bleiben übrig, desto neutraler wird der Geschmack und desto genauer lässt sich der CBD-Gehalt einstellen. Umgekehrt bildet ein wenig bearbeiteter Extrakt die Vielfalt der Pflanze ab, schwankt aber naturgemäß von Ernte zu Ernte.

Vollspektrum: das volle Profil der Hanfpflanze

Ein Vollspektrum-Extrakt, im Englischen Full Spectrum, bildet das Stoffprofil der Hanfpflanze so weit ab, wie es das Extraktionsverfahren zulässt. Hanf bildet mehr als 100 verschiedene Cannabinoide, eine Übersichtsarbeit von 2020 zählt rund 144 identifizierte Verbindungen. In einem Vollspektrum-Öl finden sich davon neben CBD typischerweise CBG, CBC, CBN und CBDV in kleinen Mengen, dazu Terpene, Flavonoide und Pflanzenwachsreste.

Auch THC bleibt in natürlichen Spuren erhalten. Der Rohstoff stammt aus Nutzhanf, dessen Pflanzen höchstens 0,3 Prozent THC enthalten dürfen; den tatsächlichen Wert im fertigen Öl zeigt der Laborbericht der jeweiligen Charge. Der Unterschied zwischen dem THC-Gehalt der Pflanze und dem des Öls ist im Abschnitt zur Rechtslage erklärt.

Warum Vollspektrum kräftig schmeckt

Der krautige, leicht bittere Geschmack ist das auffälligste Merkmal. Verantwortlich dafür sind vor allem die Terpene im Hanf, flüchtige Aromastoffe wie Myrcen, β-Caryophyllen oder Limonen. Viele Hersteller überdecken diesen Geschmack mit zugesetzten Aromen. Ein Öl aus 100 Prozent Hanf verzichtet darauf, der Eigengeschmack gehört dann zum Produkt.

Vollspektrum ist nicht gleich Vollspektrum

Zwei Öle mit derselben Bezeichnung können sich deutlich unterscheiden. Sorte, Erntezeitpunkt, Trocknung, Extraktionsverfahren und Lagerung verändern, welche Cannabinoide und Terpene in welcher Menge im Extrakt landen. Flavonoide, pflanzliche Farbstoffe, die im Hanf unter anderem als Cannflavine vorkommen, gehören ebenfalls zum Profil, werden in Laborberichten aber selten ausgewiesen. Wird der Extrakt nicht erhitzt, liegen die Cannabinoide zudem teilweise noch als Säuren vor, also als CBDA statt CBD. Warum diese sauren Vorstufen für die Einordnung wichtig sind, erklärt der Beitrag über Cannabinoide und das Endocannabinoid-System.

Breitspektrum: breites Profil, THC weitgehend entfernt

Breitspektrum, im Englischen Broad Spectrum, liegt zwischen den beiden anderen Varianten. Ausgangspunkt ist ein Vollspektrum-Extrakt, aus dem in einem zusätzlichen Schritt die THC-Fraktion weitgehend entfernt wird. Übrig bleiben CBD, weitere Cannabinoide und ein Teil der Terpene. Wie viel davon den Reinigungsschritt übersteht, hängt vom Verfahren ab; flüchtige Terpene gehen dabei häufig teilweise verloren.

Wie viel THC danach übrig bleibt, steht im Laborbericht der Charge; je nach Verfahren erscheint dort „nicht nachweisbar“ oder ein kleiner Restwert. Diese Variante richtet sich an alle, die auf die Begleitstoffe nicht verzichten, den THC-Anteil aber deutlich senken möchten. CBDSÍ führt zwei Breitspektrum-Öle, Classic und Plus; sie weisen laut Laborbericht vom März 2026 0,03 beziehungsweise 0,05 Prozent THC aus.

Wie die THC-Abtrennung funktioniert

Chromatografie trennt Stoffgemische, indem die Lösung durch ein Trägermaterial läuft, an dem die einzelnen Bestandteile unterschiedlich stark haften. CBD und THC haben dieselbe Summenformel, unterscheiden sich aber im Aufbau und damit im Laufverhalten. Das Verfahren fängt die THC-haltige Fraktion getrennt auf, der Rest wird wieder zusammengeführt. Weil Cannabinoide und Terpene dabei auf viele Fraktionen verteilt werden, kommt selten das komplette Ausgangsprofil zurück.

Nicht nachweisbar heißt nicht null

Ein Labor kann einen Stoff nur oberhalb seiner Bestimmungsgrenze sicher messen. Steht im Bericht „nicht nachweisbar“ oder „unter der Bestimmungsgrenze“, liegt der THC-Gehalt unter diesem Schwellenwert, eine absolute Null lässt sich analytisch nicht belegen. Seriöse Angaben nennen deshalb die Bestimmungsgrenze des Labors mit. Aussagen wie „garantiert ohne jedes THC“ sind mit keiner Messmethode prüfbar.

Isolat: reines CBD in Kristallform

Beim Isolat wird der Extrakt so lange aufgereinigt, bis im Wesentlichen nur Cannabidiol übrig bleibt. Die EFSA beschreibt in ihrer Bewertung von 2026 ein CBD-Isolat, das über Ethanol-Extraktion, Decarboxylierung und Kristallisation gewonnen wird: ein weißes bis cremefarbenes Pulver mit mindestens 97 Prozent CBD, weitere Cannabinoide liegen zusammen unter 2,5 Prozent. Ein 2025 veröffentlichtes Laborprotokoll erreicht über 99 Prozent Reinheit bei vernachlässigbarem THC-Gehalt.

Dasselbe Protokoll zeigt den Preis der Reinheit: Über alle Schritte hinweg blieben 52 Prozent des CBD aus dem Ausgangsmaterial im Endprodukt, der Rest ging in den Reinigungsstufen verloren. Mit dem CBD-Anteil verschwinden auch sämtliche Terpene, Flavonoide und Neben-Cannabinoide. Das Isolat ist dadurch geschmacksneutral und lässt sich exakt dosiert in andere Produkte einarbeiten, etwa in Kosmetik.

Isolat im Markt

Ein großer Teil der angebotenen CBD-Öle beruht auf Isolat, das geschmacksneutral ist und sich exakt standardisieren lässt. CBDSÍ geht bei den eigenen Ölen bewusst den anderen Weg und setzt auf Vollspektrum statt Isolat, ergänzt um die zwei Breitspektrum-Varianten. Ein Isolat-Öl der Eigenmarke gibt es nicht.

Herstellung: wie aus einem Hanfextrakt drei Spektren werden

Die ersten Schritte sind für alle drei Varianten gleich. Erst danach trennen sich die Wege:

  1. Trocknung und Zerkleinerung: Blüten und Blätter werden getrocknet und gemahlen, damit das Lösungsmittel die Harzdrüsen gut erreicht.
  2. Decarboxylierung: Durch Erhitzen wandeln sich die sauren Vorstufen CBDA, CBGA und THCA in CBD, CBG und THC um. Manche Verfahren erhitzen vor, andere nach der Extraktion.
  3. Extraktion: Ein Lösungsmittel, etwa überkritisches CO2 oder Ethanol, löst Cannabinoide und Terpene aus dem Pflanzenmaterial.
  4. Winterisierung: Der Extrakt wird mit Alkohol stark gekühlt, Wachse und Fette fallen aus und werden abgefiltert. Hier endet der Weg zum Vollspektrum-Extrakt.
  5. THC-Abtrennung: Für Breitspektrum trennt ein chromatografisches Verfahren die Bestandteile nach ihren chemischen Eigenschaften, die THC-Fraktion wird weitgehend entfernt.
  6. Kristallisation: Für ein Isolat folgen weitere Reinigungsstufen, bis CBD aus der Lösung als Kristall ausfällt.
  7. Lösen im Trägeröl: Der fertige Extrakt wird in einem Trägeröl gelöst und auf den gewünschten Gehalt eingestellt. Bei CBDSÍ ist das Bio-zertifiziertes Hanfsamenöl.

Jeder zusätzliche Schritt entfernt Begleitstoffe, kostet Ausbeute und erhöht die Kontrolle über den Endgehalt. Ein Vollspektrum-Öl ist deshalb nicht weniger aufwendig, sondern bewusst weniger stark verarbeitet.

Spektrum und Prozentangabe: zwei verschiedene Angaben

Häufig verwechselt werden Spektrum und Stärke. Die Prozentzahl auf der Flasche beschreibt, wie viel CBD im Öl gelöst ist, das Spektrum beschreibt, welche Begleitstoffe den Extrakt ausmachen. Beides ist unabhängig voneinander: Ein Vollspektrum-Öl kann 5 Prozent oder 30 Prozent CBD enthalten, ein Isolat-Öl ebenso.

Bei den Vollspektrum-Ölen von CBDSÍ in 10 ml entsprechen 5 Prozent 500 mg CBD (12,95 €), 10 Prozent 1.000 mg (15,95 €), 20 Prozent 2.000 mg (19,95 €) und 30 Prozent 3.000 mg (29,95 €). Je 100 mg CBD sind das 2,59 €, 1,60 €, 1,00 € und 1,00 €. Das Trägeröl, bei CBDSÍ Bio-Hanfsamenöl aus den Samen der Pflanze, verdünnt den Extrakt nur und verändert das Spektrum nicht, denn die Cannabinoide sitzen in den Harzdrüsen von Blüten und Blättern, nicht in den Samen.

Extraktionsverfahren prägen das Spektrum

Wie viel „Spektrum“ in einem Vollspektrum-Extrakt steckt, entscheidet schon die Extraktion. Eine Vergleichsstudie aus dem Jahr 2024 hat Blüten derselben Hanfsorte mit den drei in der Industrie üblichen Verfahren extrahiert und die Profile analysiert. Die Ergebnisse unterschieden sich deutlich:

Verfahren Cannabinoide Terpene Besonderheit
Überkritisches CO2 größte Vielfalt und höchste Menge geringe Vielfalt CBD-Gehalt 12,8 bis 20,6 mg je Gramm Extrakt
Ethanol viele saure Cannabinoide geringe Mengen höchster CBDA-Anteil
Wasserdampfdestillation geringer Anteil größte Vielfalt und Menge β-Caryophyllen als häufigstes Terpen

Die CO2-Extraktion arbeitet mit Druck und vergleichsweise niedrigen Temperaturen und erfasst vor allem die Cannabinoide gut, bei den flüchtigen Terpenen schneidet sie in diesem Vergleich schwächer ab. Für die Praxis heißt das: Der Begriff Vollspektrum sagt nichts darüber aus, wie terpenreich ein Öl tatsächlich ist. Das zeigt nur eine Analyse, die auch Terpene ausweist.

Spektrum und Rechtslage in Deutschland

Die Begriffe Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat sind gesetzlich nicht definiert. Rechtlich entscheidend ist der Rohstoff. Das Konsumcannabisgesetz (KCanG) beschreibt Nutzhanf in § 1 Nr. 9 als Pflanzen aus zertifizierten EU-Sorten oder mit höchstens 0,3 Prozent THC, deren Verkehr ausschließlich gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken dient, die einen Missbrauch zu Rauschzwecken ausschließen. Der Wert von 0,3 Prozent bezieht sich damit auf die Pflanze, nicht pauschal auf das fertige Öl.

Für den Unterschied der Spektren bedeutet das: Ein Vollspektrum-Öl enthält THC in Spuren, bleibt aber ein Nutzhanf-Produkt, bei dem ein Missbrauch zu Rauschzwecken ausgeschlossen sein muss, während Breitspektrum THC nur noch als Rest enthält, dessen Höhe der Laborbericht ausweist, und ein Isolat laut Analyse praktisch nur CBD. Wie THC im Körper ansetzt und warum es anders bewertet wird als CBD, beschreibt der Artikel zum Unterschied zwischen CBD und THC.

Unabhängig vom Spektrum gilt der Novel-Food-Rahmen der EU: CBD-Extrakte und CBD-Isolate sind als Lebensmittel bislang nicht zugelassen. Die EFSA hat im Februar 2026 ihre Stellungnahme zur Sicherheit von CBD aktualisiert und kam in der Bewertung des genannten Isolat-Antrags zu dem Schluss, dass sich die Sicherheit unter den beantragten Bedingungen nicht feststellen ließ. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung, Stand: September 2026.

Für wen welches Spektrum infrage kommt

Die Wahl lässt sich an wenigen sachlichen Kriterien festmachen:

  • Vollspektrum passt, wenn das breite Pflanzenprofil im Vordergrund steht, THC-Spuren im Laborbericht akzeptabel sind und ein kräftiger Eigengeschmack in Ordnung ist.
  • Breitspektrum passt, wenn Begleitstoffe erwünscht sind, der THC-Anteil aber deutlich niedriger sein soll; den Restwert zeigt der Laborbericht.
  • Isolat passt, wenn ein neutraler Geschmack und ein exakt definierter Einzelstoff wichtiger sind als das Pflanzenprofil.

Keine Variante ist an sich hochwertiger. Qualität zeigt sich an anderen Punkten: nachvollziehbare Herkunft des Extrakts, ein benanntes Trägeröl, eine kurze Zutatenliste ohne Aromen und ein chargenbezogener Laborbericht. Ein schlecht dokumentiertes Vollspektrum-Öl ist nicht besser als ein sauber analysiertes Isolat, und umgekehrt.

Laborbericht lesen: woran du das Spektrum erkennst

Das Etikett nennt die Absicht, der Laborbericht die Messung. Labore bestimmen Cannabinoide meist per Hochleistungsflüssigchromatografie (HPLC) oder Gaschromatografie (GC). Laut einer Übersichtsarbeit von 2020 erfasst HPLC saure und neutrale Cannabinoide ohne zusätzliche Probenvorbereitung, während GC ihre Stärke bei der Terpen-Analyse hat. Ein Bericht, der das Spektrum belegen soll, weist deshalb mehr als einen einzelnen CBD-Wert aus.

  • Chargennummer: Sie muss mit der Nummer auf dem Etikett übereinstimmen.
  • Cannabinoid-Liste: Bei Vollspektrum und Breitspektrum stehen neben CBD weitere Werte wie CBG, CBC oder CBN; bei einem Isolat nur CBD.
  • THC-Wert: Bei Vollspektrum ein gemessener Wert, bei Breitspektrum ein Restwert oder „nicht nachweisbar“, bei Isolat „nicht nachweisbar“, jeweils samt Bestimmungsgrenze.
  • Terpene: Sind sie nicht ausgewiesen, bleibt offen, wie terpenreich das Öl ist.
  • Prüfdatum und Labor: Ein aktuelles Datum und ein benanntes Prüflabor machen den Bericht überprüfbar.

CBDSÍ veröffentlicht die Laborberichte je Charge auf der Seite mit den Laborzertifikaten und ist zusätzlich über Cannatrust zertifiziert. Fehlt bei einem Produkt der Bericht oder steht darin nur ein einziger Wert, lässt sich das angegebene Spektrum nicht überprüfen.

Verbreitete Mythen über die drei Extraktformen

„Vollspektrum macht high“

Nein. Vollspektrum-Öle aus Nutzhanf enthalten THC nur in Spuren. Nutzhanf ist gesetzlich gerade dadurch definiert, dass ein Missbrauch zu Rauschzwecken ausgeschlossen sein muss; Öle mit berauschendem THC-Gehalt fallen nicht darunter.

„Isolat ist reiner und damit besser“

Rein heißt hier nur: weniger Begleitstoffe. Ob das besser ist, hängt vom eigenen Kriterium ab. Wer ein neutrales Aroma sucht, liegt beim Isolat richtig, wer das Pflanzenprofil möchte, beim Vollspektrum.

„Ohne THC gibt es keine Nachteile“

Die THC-Abtrennung kostet in der Regel auch einen Teil der übrigen Begleitstoffe. Breitspektrum ist deshalb ein Kompromiss zwischen Profil und niedrigem THC-Anteil, keine verlustfreie Kopie des Vollspektrums.

„Mehr Spektrum bedeutet mehr Wirkung“

Diese Annahme stützt sich auf den Entourage-Effekt, eine Hypothese über das Zusammenspiel von Cannabinoiden und Terpenen. Die Studienlage dazu ist gemischt und stammt überwiegend aus Zell- und Tiermodellen. Belegbar ist der Unterschied in der Zusammensetzung, nicht ein Unterschied im Nutzen.

Fazit: welche Extraktform zu wem passt

Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat sind drei Verarbeitungstiefen desselben Rohstoffs. Vollspektrum erhält das breiteste Profil samt THC-Spuren, Breitspektrum behält einen Teil der Begleitstoffe und trennt THC weitgehend ab, ein Isolat reduziert den Extrakt auf kristallines CBD mit mindestens 97 Prozent Reinheit. Welche Variante passt, hängt von deinen Kriterien ab: Pflanzenprofil, THC im Laborbericht, Geschmack.

Verlässlich unterscheiden lassen sich die drei Typen nur über die Analyse. Wer Chargennummer, Cannabinoid-Liste, THC-Wert samt Bestimmungsgrenze und Terpene prüft, weiß nach wenigen Minuten, ob die Bezeichnung auf dem Etikett zur tatsächlichen Zusammensetzung passt.


Häufige Fragen

Der Unterschied liegt in der Verarbeitungstiefe. Vollspektrum enthält neben CBD weitere Cannabinoide, Terpene, Flavonoide und THC in Spuren. Breitspektrum entsteht aus einem solchen Extrakt, aus dem die THC-Fraktion weitgehend entfernt wird; wie viel THC übrig bleibt, steht im Laborbericht der Charge. Ein Isolat ist weiter aufgereinigtes, kristallines CBD mit mindestens 97 Prozent Reinheit und praktisch ohne Begleitstoffe. Eine Qualitätsstufe beschreiben die Begriffe nicht.

CBD Isolat ist Cannabidiol, das so weit aufgereinigt wurde, dass fast nur noch der Einzelstoff übrig bleibt. Es entsteht über Extraktion, Decarboxylierung, Chromatografie und Kristallisation und liegt als weißes bis cremefarbenes Pulver vor. Die EFSA beschreibt 2026 ein Isolat mit mindestens 97 Prozent CBD, Laborprotokolle erreichen über 99 Prozent. Terpene und Flavonoide sind nicht mehr enthalten, das Isolat schmeckt deshalb weitgehend neutral.

Breitspektrum, im Englischen Broad Spectrum, bezeichnet einen Hanfextrakt, der neben CBD weitere Cannabinoide und einen Teil der Terpene enthält, aus dem aber das THC in einem zusätzlichen Schritt weitgehend abgetrennt wurde, meist per Chromatografie. Wie viel THC übrig bleibt, steht im Laborbericht der Charge. Weil der Reinigungsschritt auch andere Begleitstoffe mitnimmt, ist das Profil meist schmaler als bei Vollspektrum.

Ja, in Spuren. Ein Vollspektrum-Extrakt behält alle Cannabinoide der Pflanze, dazu gehört auch THC. Der Rohstoff stammt aus Nutzhanf, dessen Pflanzen laut KCanG höchstens 0,3 Prozent THC enthalten dürfen. Diese Grenze gilt für die Pflanze, nicht pauschal für das Öl; den tatsächlichen THC-Wert der Charge zeigt der Laborbericht. Nutzhanf setzt gesetzlich voraus, dass ein Missbrauch zu Rauschzwecken ausgeschlossen ist.

Breitspektrum-Extrakte werden so verarbeitet, dass THC weitgehend entfernt wird. Der Laborbericht der Charge weist dann einen kleinen Restwert aus oder „nicht nachweisbar“, und auch das ist keine absolute Null, denn jede Messmethode hat eine Untergrenze. Seriöse Laborberichte nennen diese Bestimmungsgrenze deshalb mit, damit du den Wert einordnen kannst.

Keine der beiden Varianten ist grundsätzlich besser, sie verfolgen unterschiedliche Ziele. Vollspektrum erhält das Pflanzenprofil mit Terpenen und Neben-Cannabinoiden und schmeckt kräftig. Ein Isolat liefert einen exakt einstellbaren Einzelstoff mit neutralem Geschmack. Ob ein breiteres Profil im Alltag einen Unterschied macht, ist wissenschaftlich offen. Entscheidend für die Qualität sind Herkunft, Trägeröl, Zutatenliste und ein aktueller Laborbericht.

Am chargenbezogenen Laborbericht. Stehen dort neben CBD weitere Cannabinoide wie CBG, CBC oder CBN und ein gemessener THC-Wert, handelt es sich um Vollspektrum. Ist THC bei sonst breitem Profil nur als kleiner Rest oder gar nicht nachweisbar, spricht das für Breitspektrum. Steht nur ein CBD-Wert im Bericht, liegt ein Isolat zugrunde. Prüfe außerdem, ob die Chargennummer mit dem Etikett übereinstimmt und ob Terpene ausgewiesen sind.

Quellen

  1. Effect of Hemp Extraction Procedures on Cannabinoid and Terpenoid Composition Plants (MDPI), 2024Stützt den Verfahrensvergleich: CO2-Extrakte mit der größten Cannabinoid-Vielfalt, aber wenigen Terpenen, Wasserdampfdestillation mit den meisten Terpenen, Ethanol mit den meisten sauren Cannabinoiden.
  2. Safety of cannabidiol isolate from Cannabis sativa L. as a novel food pursuant to Regulation (EU) 2015/2283 EFSA Journal (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2026Stützt die Beschreibung eines CBD-Isolats als weißes bis cremefarbenes Pulver mit mindestens 97 Prozent CBD und weiteren Cannabinoiden unter 2,5 Prozent sowie das Ergebnis, dass die Sicherheit unter den beantragten Bedingungen nicht festgestellt werden konnte.
  3. From Hemp to CBD Crystals: A Scaled-Up Procedure for the Selective Extraction, Isolation, and Purification of Cannabidiol ACS Agricultural Science and Technology (American Chemical Society), 2025Stützt die Herstellungskette eines Isolats über Decarboxylierung, CO2-Extraktion, Winterisierung, Chromatografie und Kristallisation mit über 99 Prozent Reinheit bei 52 Prozent Gesamtausbeute.
  4. Methods for quantification of cannabinoids: a narrative review Journal of Cannabis Research (BMC, Springer Nature), 2020Stützt die Angaben zu rund 144 identifizierten Cannabinoiden und zur Analytik per HPLC und GC im Laborbericht.
  5. Gesetz zum Umgang mit Konsumcannabis (Konsumcannabisgesetz, KCanG), § 1 Begriffsbestimmungen Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), 2024Stützt die Definition von Nutzhanf über zertifizierte EU-Sorten oder höchstens 0,3 Prozent THC in der Pflanze samt Ausschluss eines Missbrauchs zu Rauschzwecken.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Stand: 09/2026

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