Hanföl: was der Begriff meint
Hanföl ist kein geschützter Begriff. Im Supermarkt, im Bioladen und in Rezepten meint das Wort fast immer Hanfsamenöl, also das Öl, das aus den Samen des Nutzhanfs gepresst wird. Botanisch sind diese Samen kleine Nussfrüchte, die je nach Sorte zu 25 bis 35 Prozent aus Fett bestehen. Genau dieses Fett ist das Hanföl, das in der Küche und in der Kosmetik verwendet wird. Im EU-Recht heißt es Hanfsaatöl, im Handel sind Hanfsamenöl und Hanföl üblich, gemeint ist jeweils dasselbe Produkt.
Verwirrung entsteht, weil umgangssprachlich auch Produkte mit Hanfextrakt Hanföl heißen. Ein CBD Öl ist aber etwas anderes: ein Extrakt aus Blüten und Blättern, gelöst in einem Trägeröl. Ein Cannabisöl mit THC gehört wiederum ins Arzneimittelrecht. Wer nach der Wirkung von Hanföl sucht, sollte deshalb zuerst klären, welches der drei Produkte gemeint ist. Die Vergleichstabelle weiter unten trennt sie nach Rohstoff, Inhalt und Rechtsrahmen.
Berührungspunkte gibt es trotzdem, und zwar beim Trägeröl. In den Ölen von CBDSÍ ist Bio-Hanfsamenöl die Basis, in der der Hanfextrakt gelöst ist. Das Vollspektrum CBD Öl mit 20 Prozent enthält 2.000 mg CBD je Flasche, besteht zu 100 Prozent aus Hanf, kommt ohne Aromen und Zusätze aus und kostet 19,95 €. Das sind rechnerisch 1,00 € je 100 mg CBD.
Wie das Öl aus den Samen gepresst wird
Für Lebensmittel und Kosmetik wird Hanfsamenöl typischerweise kalt gepresst: Die gereinigten Samen werden mechanisch ausgepresst, ohne dass Hitze zugeführt wird. Eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Nutrients (Farinon und Kollegen, 2020) beschreibt zwei Folgen dieses Verfahrens. Erstens ist die Ausbeute vergleichsweise gering. Zweitens gelangt beim Zerquetschen der Samenzellen viel Chlorophyll ins Öl.
Das Chlorophyll erklärt die typisch grüne Farbe von kaltgepresstem Hanföl. Es hat aber einen Nachteil: Chlorophyll wirkt im Öl als Sensibilisator für Licht und begünstigt damit die Photooxidation, also das Ranzigwerden unter Lichteinfluss. Gutes Hanföl steht deshalb in dunklem Glas, und die Haltbarkeit hängt stark davon ab, wie es gelagert wird.
Welche Samen verwendet werden dürfen, ist geregelt. Nach Auskunft des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gelten Hanfsamen und daraus gewonnene Erzeugnisse nicht als neuartige Lebensmittel, sofern sie von Sorten aus dem gemeinsamen EU-Sortenkatalog stammen. Sie brauchen also keine Novel-Food-Zulassung. Was der Samen selbst an Eiweiß, Ballaststoffen und Mineralstoffen mitbringt, erklärt der Beitrag Hanfsamen: Wirkung und Nährwerte.
Fettsäuren: die Zusammensetzung in Zahlen
Hanföl besteht fast vollständig aus Fett, und dieses Fett ist ungewöhnlich stark ungesättigt. Die Übersichtsarbeit von 2020 hat Analysen verschiedener Nutzhanfsorten zusammengetragen. Die Spannweiten in der Tabelle ergeben sich aus Sorte, Anbauort und Erntejahr, einzelne Öle können darüber oder darunter liegen.
| Fettsäure | Typ | Anteil am Hanföl |
|---|---|---|
| Linolsäure (LA) | Omega-6, mehrfach ungesättigt | 52 bis 59 Prozent |
| Alpha-Linolensäure (ALA) | Omega-3, mehrfach ungesättigt | 10 bis 22 Prozent |
| Ölsäure | Omega-9, einfach ungesättigt | 9 bis 19 Prozent |
| Gamma-Linolensäure (GLA) | Omega-6, mehrfach ungesättigt | 0,6 bis 6 Prozent |
| Stearidonsäure (SDA) | Omega-3, mehrfach ungesättigt | 0,2 bis 2 Prozent |
| Gesättigte Fettsäuren gesamt | vor allem Palmitin- und Stearinsäure | rund 9 bis 12 Prozent |
| Mehrfach ungesättigte Fettsäuren gesamt | Summe aus Omega-6 und Omega-3 | 72 bis 84 Prozent |
| Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 | Kennzahl | etwa 2,5 zu 1 bis 5,5 zu 1 |
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) fasst das Profil knapper zusammen: Hanfsamenöl hat einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren, insbesondere Linol- und Linolensäure im Verhältnis von etwa 3 zu 1. Eine Besonderheit ist, dass Hanföl neben diesen beiden essenziellen Fettsäuren auch deren Folgeprodukte Gamma-Linolensäure und Stearidonsäure enthält. Die Übersichtsarbeit ordnet das ein: Borretschöl liefert deutlich mehr Gamma-Linolensäure, enthält aber keine Omega-3-Fettsäuren.
Warum das Verhältnis überhaupt diskutiert wird: Linolsäure und Alpha-Linolensäure sind essenziell, der Körper kann sie nicht selbst bilden und muss sie mit der Nahrung aufnehmen. Die Übersichtsarbeit weist darauf hin, dass die Ernährung vieler Menschen heute eher zu viel Omega-6 und zu wenig Omega-3 liefert. Hanföl bringt beide Fettsäuren gemeinsam mit, in einem Verhältnis, das die Autorinnen und Autoren als günstig für die menschliche Ernährung bewerten.
Neben den Fettsäuren enthält Hanföl Tocopherole, also Formen von Vitamin E. Im Hanföl dominiert Gamma-Tocopherol, das im Öl selbst als Antioxidans arbeitet und es vor dem Ranzigwerden schützt. Vitamin-E-Aktivität im menschlichen Körper hat dagegen nur Alpha-Tocopherol, und davon enthält Hanföl nach den gesammelten Analysen nur einen kleinen Teil.
Was die EU-Health-Claims erlauben
Ob ein Lebensmittel mit einer Gesundheitswirkung beworben werden darf, entscheidet in der EU nicht der Hersteller, sondern eine abschließende Liste: die Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Für Hanföl als solches enthält sie keine Angabe. Zugelassen sind aber Angaben zu zwei Fettsäuren, die im Hanföl den größten Teil ausmachen, und zwar ausschließlich in diesem Wortlaut:
- Alpha-Linolensäure (ALA): „ALA trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei.“
- Linolsäure: „Linolsäure trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei.“
Beide Angaben sind an Bedingungen geknüpft. Die ALA-Angabe darf nur ein Lebensmittel tragen, das die Anforderungen an eine „Quelle von Omega-3-Fettsäuren“ nach der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 erfüllt. Die Linolsäure-Angabe setzt mindestens 1,5 g Linolsäure je 100 g und je 100 kcal voraus. In beiden Fällen muss das Etikett außerdem nennen, bei welcher Aufnahmemenge sich die positive Wirkung einstellt. Mit den Fettsäuregehalten aus der Tabelle erfüllt reines Hanföl diese Schwellen rechnerisch deutlich.
Wichtig ist auch, was die beiden Angaben nicht aussagen. Sie beschreiben einen Beitrag zur Aufrechterhaltung eines normalen Zustands. Eine Senkung erhöhter Werte oder ein geringeres Krankheitsrisiko deckt dieser Wortlaut nicht ab, und ein Hersteller darf ihn auch nicht sinngemäß umformulieren.
Alles, was über diesen Wortlaut hinausgeht, ist für Hanföl als Lebensmittel nicht zulässig. Versprechen zu Haut, Gelenken, Stimmung oder Schlaf stehen nicht auf der Liste, gleich wie oft sie im Netz auftauchen. Für CBD Öle gilt ein ganz anderer Rahmen: Sie sind kein zugelassenes Lebensmittel und dürfen auch mit diesen Fettsäure-Angaben nicht beworben werden, selbst wenn ihr Trägeröl Hanfsamenöl ist.
Warum praktisch kein CBD enthalten ist
Cannabinoide wie CBD und THC bildet die Hanfpflanze in einem Harz, das Drüsenhaare absondern. Diese Drüsenhaare sitzen vor allem an den Blüten und den blütennahen Blättern. Samen und Wurzeln tragen laut BfR keine Drüsenhaare. Ein Öl aus Samen enthält deshalb von Natur aus praktisch keine Cannabinoide, auch kein CBD. Wer wissen möchte, was CBD ist und woher es in einem CBD Öl stammt, landet folglich immer bei der Blüte, nicht beim Samen.
Messbares THC in Hanfsamen und Hanföl ist nach Einschätzung des BfR vor allem eine Verunreinigung: Bei Ernte und Verarbeitung kommen die Samen mit harzreichen Pflanzenteilen in Kontakt. In seiner Stellungnahme von 2018 kam das BfR zu dem Ergebnis, dass die THC-Gehalte vieler hanfhaltiger Lebensmittel zu hoch waren, und empfahl, sie weiter zu senken. Maßstab ist die von der EFSA vorgeschlagene akute Referenzdosis von 0,001 mg THC je Kilogramm Körpergewicht.
Seit dem 1. Januar 2023 gelten dafür EU-weit verbindliche Höchstgehalte, heute zusammengefasst in der Verordnung (EU) 2023/915 über Kontaminanten in Lebensmitteln: 3,0 mg je Kilogramm für Hanfsamen und 7,5 mg je Kilogramm für Hanfsamenöl. Gerechnet wird als Summe aus THC und seiner Säureform THCA, weil THCA bei der Verarbeitung zu THC umgewandelt werden kann. 7,5 mg je Kilogramm entsprechen 0,00075 Prozent. Die oft zitierte Grenze von 0,3 Prozent bezieht sich dagegen auf die Nutzhanfpflanze im Anbau und nicht auf ein Speiseöl.
Der Höchstgehalt gilt für Hanfsamenöl als Lebensmittel. Ein CBD Öl fällt nicht darunter, weil es kein Lebensmittel ist. Bei ihm zeigt der chargenbezogene Laborbericht, wie viel THC die konkrete Flasche enthält, bei Vollspektrum-Ölen in Spuren.
Drei Öle im Vergleich: Samenöl, CBD Öl, Cannabisöl
Drei Produkte, ein Wortstamm: Die Tabelle trennt sie nach den Merkmalen, die beim Einkauf und bei der rechtlichen Einordnung zählen (Stand September 2026, keine Rechtsberatung).
| Merkmal | Hanföl (Hanfsamenöl) | CBD Öl | Cannabisöl mit THC |
|---|---|---|---|
| Rohstoff | Samen des Nutzhanfs, gepresst | Extrakt aus Blüten und Blättern des Nutzhanfs, gelöst in einem Trägeröl | Extrakt aus Cannabisblüten mit hohem THC-Gehalt |
| CBD | praktisch keins | Hauptbestandteil des Extrakts, Menge in mg deklariert | je nach Präparat |
| THC | nur als Verunreinigung, höchstens 7,5 mg je Kilogramm | bei Vollspektrum in Spuren, Wert im Laborbericht | berauschend wirksame Mengen |
| Rechtsrahmen | Lebensmittel, kein Novel Food | als Lebensmittel nicht zugelassen (Novel Food ohne Zulassung) | Medizinalcannabis, verschreibungspflichtig |
| Gesundheitsbezogene Angaben | Fettsäure-Angaben unter Bedingungen möglich | nicht zulässig | nur im Rahmen des Arzneimittelrechts |
| Bezugsweg | Supermarkt, Bioladen | Fachhandel und Onlineshops | Apotheke mit ärztlicher Verschreibung |
Der Begriff Cannabisöl ist dabei der unschärfste: Mal meint er ein THC-haltiges Präparat aus der Apotheke, mal ein CBD Öl, gelegentlich sogar Hanfsamenöl. Wie sich die Bedeutungen sauber trennen lassen und welche Rolle THC und CBD jeweils spielen, zeigt der Beitrag was ist Cannabisöl.
Im Laden hilft ein Blick auf das Etikett. Steht in der Zutatenliste nur Hanfsamenöl und fehlt eine CBD-Angabe in Milligramm, handelt es sich um Speiseöl. Nennt das Etikett eine CBD-Menge, einen Prozentwert und einen chargenbezogenen Laborbericht, ist es ein CBD Öl. Ein Präparat mit berauschend wirksamem THC-Gehalt gibt es dagegen nur in der Apotheke, und dort nur gegen ärztliche Verschreibung.
Als Trägeröl für CBD Öl
Ein Hanfextrakt ist zähflüssig und hoch konzentriert. Damit er sich abfüllen und genau deklarieren lässt, wird er in einem Trägeröl gelöst. Welche Menge CBD in einem Öl steckt, legt allein der Extrakt fest, das Trägeröl verdünnt ihn nur auf die angegebene Konzentration. Als Trägeröl kommen verschiedene Pflanzenöle infrage, Hanfsamenöl ist eines davon.
CBDSÍ verwendet Bio-zertifiziertes Hanfsamenöl. Damit besteht das fertige Öl zu 100 Prozent aus Hanf: Extrakt und Trägeröl stammen aus derselben Pflanze, Aromen oder andere Zusätze kommen nicht hinein. Der Vollspektrum-Extrakt stammt aus den Niederlanden, abgefüllt wird in Deutschland in einer GMP-zertifizierten Anlage, und jede Charge ist laborgeprüft. Wie diese Lieferkette im Einzelnen aussieht, beschreibt der Beitrag zur Herkunft von CBD Öl.
Für den Geschmack spielt das Trägeröl eine größere Rolle als für den Inhalt: Hanfsamenöl bringt seinen nussigen Eigengeschmack mit, ein neutrales Öl würde das nicht tun. Welche Begleitstoffe der Extrakt neben CBD enthält, hängt davon ab, wie weit er verarbeitet wurde. Die Unterschiede zwischen Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat erklärt ein eigener Beitrag.
Anwendung in der Küche
In der Küche ist Hanföl ein Öl für die kalte Verwendung: für Dressings, Dips, Quark, Pesto oder zum Beträufeln fertiger Gerichte. Der Grund steht in der Fettsäure-Tabelle. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren oxidieren bei Hitze deutlich leichter als gesättigte oder einfach ungesättigte, und beim starken Erhitzen entstehen unangenehm schmeckende Abbauprodukte. Zum Braten und Frittieren eignen sich hitzestabilere Öle besser.
Praktisch heißt das: Hanföl kommt erst nach dem Kochen dazu, etwa über Gemüse, Kartoffeln, Suppen oder Getreidegerichte. Wem der nussige, leicht grasige Eigengeschmack zu kräftig ist, kann es mit einem milderen Öl mischen. Feste Mengen braucht es dafür nicht, Hanföl wird wie jedes andere Speiseöl nach Geschmack verwendet. Energetisch unterscheidet es sich nicht von anderen Ölen: Reines Fett liefert rund 9 kcal je Gramm.
- Geeignet: Salatsaucen, Dips, Aufstriche, Müsli, zum Verfeinern warmer Gerichte nach dem Garen.
- Weniger geeignet: Braten, Frittieren, langes Backen bei hoher Temperatur.
- Kombination: passt zu Zitrone, Senf, Kräutern und Hülsenfrüchten, die den nussigen Ton aufnehmen.
In der Hautpflege
Außerhalb der Küche ist Hanfsamenöl ein verbreiteter Bestandteil von Kosmetik, von Körperölen über Cremes bis zu Massageölen. Dort gilt nicht das Lebensmittelrecht, sondern die EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Kosmetische Mittel sind danach dazu bestimmt, die Haut zu reinigen, zu parfümieren, ihr Aussehen zu verändern, sie zu schützen oder in gutem Zustand zu halten. Pflegeaussagen sind damit zulässig, medizinische Versprechen nicht.
Die Lichtempfindlichkeit gilt in der Kosmetik genauso wie in der Küche. Ein Pflegeöl mit hohem Hanfölanteil gehört deshalb in eine dunkle Flasche und nicht dauerhaft auf die sonnige Fensterbank. Die CBD-Kosmetik im Sortiment von CBDSÍ, vom Sport Gel bis zum Massageöl, stammt übrigens von der Marke Cannactiva.
Qualität erkennen und richtig lagern
Ob ein Hanföl frisch und sorgfältig hergestellt ist, lässt sich mit wenigen Prüfpunkten einschätzen. Keiner davon ersetzt eine Laboranalyse, zusammen geben sie aber ein verlässliches Bild.
- Farbe: Kaltgepresstes Hanföl ist grün bis grünlich gelb, die Farbe stammt vom Chlorophyll.
- Geruch und Geschmack: nussig und leicht grasig. Riecht oder schmeckt es ranzig oder bitter, ist es oxidiert.
- Verpackung: dunkles Glas oder Metall, weil Licht die Oxidation beschleunigt.
- Lagerung: nach dem Öffnen kühl, dunkel und gut verschlossen, am besten im Kühlschrank.
- Kennzeichnung: Mindesthaltbarkeitsdatum, Herkunft der Saat und bei Bio-Ware die Codenummer der Öko-Kontrollstelle.
Beim Bio-Siegel lohnt sich ein zweiter Blick: Das EU-Bio-Logo darf nur tragen, was nach der EU-Öko-Verordnung erzeugt und kontrolliert wurde. Die Codenummer der Kontrollstelle, in Deutschland im Format DE-ÖKO mit dreistelliger Nummer, macht die Kontrolle nachvollziehbar.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum gilt für die ungeöffnete Flasche. Ist sie einmal offen, entscheiden Lagerung und Geruch. Für CBD Öle ist zusätzlich der chargenbezogene Laborbericht der wichtigste Qualitätsnachweis, weil er CBD-Gehalt und THC-Wert der konkreten Flasche belegt.
Was die Studienlage zur Ernährung hergibt
Ob Hanföl gesund ist, lässt sich an einem einzelnen Lebensmittel nicht festmachen. Belegt ist die Zusammensetzung: viel Linolsäure, ein nennenswerter Anteil Alpha-Linolensäure, wenig gesättigte Fettsäuren. Die Übersichtsarbeit von 2020 bewertet Hanfsamen deshalb als ernährungsphysiologisch wertvoll. Sie hält aber auch fest, dass Studien zu möglichen gesundheitlichen Effekten überwiegend an Tieren durchgeführt wurden und nur wenige Arbeiten Hanfsamen oder Hanföl in der menschlichen Ernährung untersucht haben.
Für die Einordnung heißt das: Hanföl ist ein hochwertiges Speiseöl mit einem gut untersuchten Fettsäureprofil. Gesundheitsbezogene Aussagen darüber hinaus sind weder belegt noch erlaubt. Und wer bei Hanföl an Cannabinoide denkt, liegt falsch, denn die stecken in der Blüte und nicht im Samen.
Umgekehrt lässt sich Forschung zu CBD nicht auf Hanföl übertragen. Studien zu Cannabidiol arbeiten mit Extrakten oder isoliertem CBD in genau definierter Menge, ein Speiseöl aus Samen enthält diese Stoffe praktisch nicht. Wer im Netz Aussagen über Hanföl liest, sollte deshalb prüfen, ob in der zugrunde liegenden Untersuchung wirklich Hanfsamenöl gemeint war oder ein CBD Öl, das im Handel oft unter ähnlichem Namen daneben steht.